Die Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt lehnt Forderungen nach Sexkaufverboten sowohl innerverbandlich als auch auf Parteiebene ab. Während innerverbandliche- und Parteiverbote nicht überprüft werden können, keinerlei Probleme lösen und reine Symbolpolitik zu Lasten der Betroffenen bleiben, gefährden nationale Sexkaufverbote unweigerlich Sexarbeitenden und wirken ihren Interessen entgegen, anstatt ihnen zu helfen.
Eine wirkliche Befreiung kann nicht durch Sexkaufverbote erfolgen, sondern nur durch konsequent gedachte, feministisch und sozialistische Politik. Anstatt Prostitution als ein singuläres Phänomen zu erfassen, müssen wir diese als Teil des kapitalistischen Systems sehen.
Im Angesicht dessen fordern wir:
– die Schaffung von sicheren, selbstbestimmten und gesundheitsgerechten Arbeitsbedingungen in der Sexarbeit. Dazu gehören insbesondere der Schutz vor Gewalt, die Gewährleistung von Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie die Stärkung der Rechte von Sexarbeitenden gegenüber Betreiber*innen und Kund*innen.
– die Unterstützung der Selbstorganisationen von Sexarbeitenden in Berufsverbänden/Gewerkschaften wie dem Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) sowie den Ausbau von Schutzräumen für Sexarbeitende die Stärkung von kollektiven und selbstorganisierten Arbeitsformen der Sexarbeit (bspw. genossenschaftlich betriebene Bordells)
– die Einbeziehung von Sexarbeitenden und ihrer Selbstorganisationen in alle politischen Entscheidungen, die ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen betreffen.
– kurzfristig eine Revision des Prostitutionsschutzgesetzes (kurz: ProSchG) mit der Zielsetzung, Sexarbeitende vor staatlicher Willkür zu schützen, bspw. durch die Abschaffung von Gebäudekontrollen durch die Polizei oder der sog. „Sperrgebietsverordnung“
– den Abbau von Stigmatisierungen durch Aufklärungsangebote rund um das Thema Sexarbeit sowohl im Verband als auch gesamtgesellschaftlich unter Einbindung von Sexarbeitenden und ihren Berufsverbänden
Ferner setzt sich der Landesverband innerhalb des Bundesverbandes für eine entsprechende Beschlusslage ein und unterstütz Vorhaben innerhalb von Partei und Bundesverband, welche im Einklang mit unseren Forderungen stehen.