Die Pressearbeit geschieht innerhalb des Verbandes über denLandessprecher*innenrat (kurz: LSp*R).
Der Landessprecher*innenrat ist der Landesvorstand der Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt.
Wir haben uns aus guten Gründen gegen eine*n einzelne*n Vorsitzende*n entschieden.
Das heißt nicht, dass wir nicht auskunftsfähig sind. Allerdings müssen Presseanfragen daher unter
5 gleichberechtigten Landessprecher*innen verteilt werden.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir daher etwas mehr Zeit benötigt, bis eine Presseanfrage beantwortet werden kann. Wir nehmen Ihre Anfrage trotzdem gerne entgegen und kümmern uns so schnell wie möglich um eine Antwort. Bitte richten Sie Anfragen an lspr@st-linksjugend.de – Vielen Dank!
Eric Stehr ist unser aktueller Jugendabgeordneter im Landtag von Sachsen-Anhalt. Bitte richten Sie Presseanfragen direkt an sein Büro.
Webseite von Eric Stehr
Am Nachmittag des 10. Septembers fand auf dem Marktplatz erstmals seit Jahren wieder ein öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr statt. Dafür wurde der Innenstadtbereich weiträumig abgesperrt. Der Straßenbahnverkehr war zum Unmut der Hallenser Bevölkerung über Stunden blockiert. Die begehrten Parkplätze in der Innenstadt wurden gekonnt auf Fahrzeuge von Militär und Behörden umverteilt.
Das Bundeswehrgelöbnis auf dem Marktplatz Halle (Saale) war aus Sicht der Linksjugend [’solid] Halle (Saale) vor allem eines: ein öffentlich inszeniertes Bekenntnis zur Militarisierung – begleitet von einem fragwürdigen Umgang mit politischem Protest.
Während die Bundeswehr mitten in der Stadt für militärische Pflichterfüllung und Kriegstauglichkeit wirbt, wurde politischer Widerspruch offenbar störender als die militärische Veranstaltung selbst empfunden.
Mehrere Mitglieder der Linksjugend [’solid] Halle (Saale) suchten vor Ort das Gespräch mit Soldat*innen, Angehörigen*innen und Passant*innen und informierten über die Möglichkeit der Organspende und die Folgen der Militarisierung.
Gerade angesichts der besonderen Risiken, die mit dem Soldat*innenberuf verbunden sind, ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit der Frage der Organspende auseinanderzusetzen.
Noch während sich unsere Genoss*innen im Gespräch mit Besucher*innen befanden, wurden sie vom anwesenden Vollzugsdienst der Stadt Halle (Saale) unterbrochen. Schnell wurden sie von bedrohlich auftretenden Männern vom Marktplatz weg eskortiert. Als sie später an einem anderen Bereich des weitläufigen Geländes erneut Organspendeausweise verteilten, erhielten sie schließlich einen Platzverweis für die folgenden 24 Stunden.
Auf Fragen nach der rechtlichen Grundlage und der Verhältnismäßigkeit des Vorgehens gingen die Mitarbeitenden des Vollzugsdienstes nicht ein. Angaben, wer der Veranstalter sei, der die Anweisung gegeben habe, wollten sie auch nicht machen. Auch eine Dienstnummer wurde zunächst nicht herausgegeben; erst auf wiederholte Nachfrage nannte schließlich ein Mitarbeitender seine Nummer. Nach unseren Informationen machten auch andere Teilnehmende ähnliche Erfahrungen.
„Es ist kafkaesk: Die Bundeswehr feiert ein Gelöbnis und spricht dabei von der Verteidigung unserer Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Gleichzeitig wird politischer Widerspruch vom Ordnungsamt von einem öffentlichen Platz verdrängt. Wer die Freiheit beschwört, muss sie auch aushalten. Wir werden deshalb rechtliche Schritte gegen das Vorgehen prüfen.“, erklärt Landessprecher Jacob Pfeifer.
Die Stadt und die Bundeswehr haben sich bewusst dafür entschieden, das Gelöbnis mitten im Zentrum Halles abzuhalten. Wer das Militär in die Innenstadt holt, muss damit rechnen, dass dort auch über Militarismus, Aufrüstung und Krieg diskutiert wird.
Ein Gelöbnis auf dem Marktplatz ist keine politikfreie Zone.
Und der Widerspruch blieb nicht aus. Demonstrierende thematisierten die Verbindung von Kapitalismus und Militarismus. Passant*innen und Anwohner*innen machten ihrem Unmut Luft.
Die Vereidigung der jungen Rekrut*innen wurde teilweise mit Buhrufen begleitet.
Das ist kein „Störgeräusch“, das man mit Platzverweisen beseitigen kann. Es ist demokratischer Widerspruch.
Auch als Linksjugend [’solid] Halle (Saale) und Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt sind wir überzeugt: Minderjährige haben in einer Armee nichts zu suchen.
„Es ist obszön: Siebzehnjährige dürfen keine Zigaretten oder Pornos kaufen, nicht allein Auto fahren und nach geltendem Recht auch keine eigenständige Entscheidung über eine Organspende nach dem Tod treffen. Gleichzeitig dürfen sie an Schusswaffen ausgebildet und auf mögliche Auslandseinsätze vorbereitet werden. Eine Armee darf nicht der Ort sein, an dem Minderjährige auf Krieg vorbereitet werden.“, so Bundessprecher Limes Schäfer.
Während in der Bundesrepublik Milliarden in Aufrüstung und militärische Fähigkeiten fließen, fehlt dieses Geld an anderer Stelle – etwa bei Bildung, sozialer Infrastruktur und öffentlicher Daseinsvorsorge.
Eine Politik, die immer stärker auf militärische Abschreckung, Aufrüstung und Kriegsvorbereitung setzt, schafft keinen dauerhaften Frieden.
Wie weit die Normalisierung militärischer Logik bereits reicht, zeigte auch eine Aussage aus dem Gelöbnis selbst. Eine junge Rekrutin erklärte in ihrer Rede: „Wer den Frieden will, bereite den Krieg vor.“
Für uns ist jedoch klar: Frieden entsteht nicht dadurch, dass immer mehr Waffen produziert, Soldat*innen ausgebildet und junge Menschen auf Kriegseinsätze vorbereitet werden. Frieden braucht Abrüstung, internationale Zusammenarbeit und soziale Sicherheit statt Aufrüstung.
Deshalb werden wir auch weiterhin dort widersprechen, wo Militarismus als Normalität dargestellt wird – auf der Straße, im politischen Diskurs und überall dort, wo Entscheidungen über unsere Zukunft getroffen werden.
Wer den Krieg vorbereitet, schafft keinen Frieden!
Wir sagen Nein zu Aufrüstung und Militarisierung!
Veröffentlicht am 11.09.2026
Die aktuellen Hochrechnungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnen ein düsteres Bild: Die Partei „Die Linke“ bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück und kann nur rund 9% der Stimmen auf sich vereinen, während die AfD ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Wahl einfährt. Damit kratzt eine rechtsextreme und faschistoide Partei an der absoluten Mehrheit – ein Horrorszenario für viele Menschen in unserem Land.
Trotz dieser für uns unbefriedigenden Zahlen möchten wir ganz herzlich unserem Jugendkandidaten Eric Stehr gratulieren, welcher in den Landtag einziehen und dort eine starke Stimme für die Jugend in Sachsen-Anhalt sein wird. Zudem möchten wir Jannik Balint, Gitta Hartenstein-Wiermann und Mustafa Gröner unsere Glückwünsche ausrichten: Ihre Erfolge als Direktkandidat*innen beweisen, dass ein anderer, besserer Wahlkampf möglich ist! Gemeinsam haben wir die Menschen vor Ort organisiert, kompromisslos gegen Probleme gekämpft und eine wirkliche Alternative präsentiert. Damit haben wir unsere Wählenden überzeugt!
Die Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt spricht sich gegen jede Form der Zusammenarbeit der Linken mit der CDU aus.
„Eine fortschrittliche Politik für Land und Menschen ist in Zusammenarbeit mit der CDU nicht möglich.“ sagt Landessprecherin Anni Aschenbach. „Ein solches Zusammengehen würde unserer Glaubwürdigkeit schaden und zu politischem Stillstand führen. Gerade jetzt brauchen die Menschen im Land eine Perspektive: Wir müssen zeigen, dass wir das gute Leben für alle erkämpfen können!“
Wir setzen uns für einen politischen Wandel ein. Für eine Politik, welche die Menschen vor Ort organisiert und der Jugend eine echte Perspektive gibt.
Für ein solidarisches Sachsen-Anhalt!
Veröffentlicht am 06.09.2026
Die Linksjugend [‘solid] Sachsen-Anhalt spricht sich klar gegen den Verkauf einer Industriefläche am westlichen Stadtrand von Sangerhausen an einen internationalen Rüstungsbetrieb aus. Im Gespräch sind laut Presseberichten bis zu 130 Hektar – eine Fläche, die fast 90% des gesamten Industriegebietes umfasst.
Die dazugehörige Vorlage soll im nicht-öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am 21. Mai behandelt werden, wobei einzelne Details schon am gestrigen Tage an die Presse durchgesickert sind. So scheint die Stadtverwaltung bereits jetzt von den millionenschweren Steuereinnahmen zu träumen und mögliche Verkaufsszenarien durchzuspielen – dass am städtischen Haushalt immer Blut und Leid kleben wird, bleibt ohne Konsequenz. Es scheint: Solange die Kassen klingeln und die schwarze Null steht, ist das Leid der Menschen egal.
Doch diese (Neu-)Ansiedlung ist keine Seltenheit in Sachsen-Anhalt: Erst Anfang des Jahres hatte das Rüstungsunternehmen Rheinmetall verkündet, die Kapazitäten ihrer Anlage in Silberhütte bei Harzgerode drastisch erhöhen zu wollen und bis zu 100 Personen neu einzustellen, während die Bundeswehr vermeldete, bis zu eine Milliarde an Investitionen in Sachsen-Anhalt zu stecken. Nicht zu vergessen die Truppenübungsgelände der Bundeswehr in der Altmark.
Uns überraschen diese Pläne wenig: In einer Zeit, in der SPD und Union eine Wiedereinführung der Wehrpflicht gegen den Willen der Jugend erzwingen, Milliarden in Aufrüstung gesteckt werden, während wir uns unseren Wohlstand angeblich nicht mehr leisten können, Schulen auseinander fallen und wir einer 75h-Woche entgegenblicken, scheint dies nur eine weitere Konsequenz der bundesdeutschen Politik zu sein: Frieden ist keine Option, es ist eine Last. Die Bedrohung liegt im Osten und wir müssen uns rüsten – ob die Bevölkerung will oder nicht. Wer stirbt, ist sowieso egal – denn diejenigen, welche die Entscheidungen hierfür fällen, werden es ganz sicher nicht sein.
Die Linksjugend [‘solid] Sachsen-Anhalt sagt klar: Keine Rüstungsbetriebe in Sachsen-Anhalt! Die Bundeswehr muss raus aus der Altmark und raus aus den Schulen! Wir sterben nicht für eure Kriege! Wir machen uns nicht mitschuldig!
Veröffentlicht am 14.05.2026